Laborwerte von A-Z: Alles mit N


Natrium (Na)

Dem Mineralstoff Natrium (Übersicht Mineralstoffe) kommt eine Schlüsselfunktion bei der Regulierung des Wasserhaushalts zu – ein intakter Natrium- und Wasserhaushalt ist eine Voraussetzung für die geordnete Zellfunktion. 98 % des Körpernatriums befinden sich außerhalb der Körperzellen.

Normalbereich (Blut)

135–145 mmol/l

Indikation

  • Diagnose und Verlaufskontrolle von Erkrankungen und Situationen, die mit Störungen des Wasser- und Elektrolythaushalts einhergehen, z. B. Nierenerkrankungen, Ödeme
  • Parenterale Ernährung über Infusionen.

Ursachen erhöhter Werte

  • Flüssigkeitsmangel (Austrocknung) durch verminderte Flüssigkeitszufuhr oder erhöhten Flüssigkeitsverlust
  • Chronische Nierenerkrankungen
  • Diabetes insipidus
  • Hyperaldosteronismus
  • Exzessive Aufnahme von Natrium, z. B. durch Trinken von Seewasser
  • Fehlgesteuerte Infusionstherapie.

Ursachen erniedrigter Werte

  • Krankheiten, die mit einer Vermehrung der Körperflüssigkeit einhergehen, z. B. Herzschwäche, Leberzirrhose, nephrotisches Syndrom, Nierenversagen (akutes, chronisches)
  • Krankheiten, die mit einem vermehrten Natriumverlust einhergehen, z. B. Erbrechen, Durchfälle
  • Behandlung mit harntreibenden Medikamenten (Diuretika)
  • Unterfunktion der Nebennierenrinde
  • Fehlgesteuerte Infusionstherapie.

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess
Neutralfette (Triglyzeride)

Triglyzeride oder Neutralfette werden zum einen mit der Nahrung aufgenommen und dann im Blut mithilfe von Chylomikronen (einer Lipoproteinart) transportiert. Zum anderen werden sie im Körper selbst hergestellt und an Lipoproteine mit sehr geringer Dichte (VLDL) gebunden.

Ein hoher Triglyzeridspiegel im Blut ist ein Risikofaktor für die koronare Herzkrankheit (KHK).

Normalbereich (Blut) [KLL; LAB]

< 200 mg/dl (< 2,3 mmol/l)

Indikation

  • Beurteilung des Arterioskleroserisikos (zusammen mit Cholesterinwerten)
  • Diagnose und Klassifikation einer Fettstoffwechselstörung
  • Therapiekontrolle unter diätetischer bzw. medikamentöser Behandlung einer Fettstoffwechselstörung.

Ursachen erhöhter Werte (Hypertriglyzeridämie)

  • (Reaktive) sekundäre Fettstoffwechselstörung bei Überernährung, v. a. fett- und zuckerreicher Kost, schlecht eingestelltem Diabetes, Nierenversagen, nephrotischem Syndrom, Schilddrüsenunterfunktion
  • Alkoholmissbrauch
  • Einnahme von bestimmten Medikamenten, z. B. Kortison, „Pille“, harntreibende Medikamente (Diuretika)
  • Schwangerschaft
  • Vererbte (primäre) Fettstoffwechselstörung.

Hinweise

Der Triglyzerid-Wert reagiert stark auf Fettaufnahme mit der Nahrung, daher muss der Blutabnahme eine zwölfstündige Nahrungskarenz vorangehen. Außerdem darf man sich ab dem Vortag der Blutabnahme nicht schwer körperlich anstrengen.

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess
Nitrit im Urin

Beim Gesunden ist im Urin kein Nitrit nachweisbar. Bei einem Harnwegsinfekt hingegen ist oft Nitrit im Urin feststellbar, da viele der verursachenden Bakterien das im Urin oft feststellbare Nitrat in Nitrit umwandeln.

Normalbereich (Urin)

Teststreifenuntersuchung negativ

Indikation

Verdacht auf eine bakterielle Harnwegsinfektion

Ursachen eines positiven Befundes

Bakterielle Harnwegsinfektion, z.B. Blasenentzündung, Nierenbeckenentzündung

Hinweise

Ein negativer Befund ist nicht gleichbedeutend mit dem Ausschluss einer bakteriellen Harnwegsinfektion. Es kann z.B. auch eine Infektion mit Bakterien vorliegen, die kein Nitrit bilden.

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess
NMP22 (Nukleäres Matrixprotein)

Die Harnblase ist von einer speziellen Schleimhaut ausgekleidet, dem Urothel. Bei einem Blasenkrebs setzen die Krebszellen aus dem Urothel vermehrt das NMP22 (Nukleäres Matrixprotein) frei, das deshalb als Tumormarker herangezogen werden kann.

Normalbereich (Urin)

< 6 U/ml

Indikation

(Verdacht auf) Harnblasenkrebs

Ursachen erhöhter Werte

  • Harnblasenkrebs
  • Einige gutartige Blasenerkrankungen, z.B. schwere Harnwegsinfekte
  • Für ungefähr drei Wochen: Manipulationen an der Harnblase, z.B. Legen eines Blasenkatheters, Blasenspiegelung

Hinweise

Der Test auf NMP22 ist als Screening-Untersuchung empfindlicher als die Urinzytologie, also die Suche nach bösartigen Zellen im Urin. Auch hier gibt es aber wie bei jedem Test falsch positive wie falsch negative Ergebnisse. Der Test auf NMP22 vermag die Zystoskopie (Blasenspiegelung) in der Tumordiagnostik nicht zu ersetzen, aber zu ergänzen.

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess
NT-proBNP und BNP

Bei den natriuretischen Peptiden (natriuretischen Eiweißen) handelt es sich um eine Gruppe von Hormonen, die an der Regelung des Herz-Kreislauf-Systems beteiligt sind. Über mehrere Mechanismen steigern sie letztlich die Natrium- und Wasserausscheidung und senken den Blutdruck. Man unterscheidet das Typ A natriuretische Peptid (ANP), das in den Herzvorhöfen gebildet wird, das Typ B natriuretischen Peptid (BNP) aus den Herzkammern und das Typ C natriuretischen Peptid (CNP) aus den Zellen, welche die Blutgefäße von innen auskleiden (Gefäßendothelzellen).

Diagnostisch besonders relevant sind das BNP und das NT-pro-BNP. Letzteres entsteht, wenn aus dem BNP-Vorläuferhormon das wirksame BNP abgespalten wird.

Normalbereich (Blut)

laborabhängig

Indikation

  • Nachweis, Schweregradeinschätzung, Verlaufs- und Therapiekontrolle einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
  • Prognoseschätzung bei akutem Herzinfarkt oder akutem Koronarsyndrom

Ursachen erhöhter Werte

  • Herzinsuffizienz
  • Lungenembolie
  • Leberzirrhose
  • Nierenversagen
  • Kurzzeitig nach körperlicher Anstrengung

Hinweise

Die Blutentnahme sollte morgens nüchtern und ohne vorangegangene körperliche Anstrengungen erfolgen.

Ein NT-proBNP-Suchtest als Selbstzahlerleistung etwa zum Ausschluss einer Herzinsuffizienz ohne Beschwerden im Herz-Kreislauf-Bereich ist nicht empfehlenswert.

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess
Nüchternblutzucker

Glukose ist der wichtigste Energielieferant des Körpers. Der Blutzuckerspiegel wird beim Gesunden in verhältnismäßig engen Grenzen konstant gehalten, sowohl ein Zuviel als auch ein Zuwenig ist schädlich. Erster Labortest zur Beurteilung des Glukosestoffwechsels ist meist die Bestimmung des Nüchternblutzuckers.

Normalbereich (Blut) [LAB; KLL]

  • Kapillar- oder Venen[voll]blut: 55–100 mg/dl (3,1–5,6 mmol/l)
  • Blutplasma: 70–110 mg/dl (3,8–6,1 mmol/l)

Indikation

Verdacht, Diagnose und Therapiekontrolle eines Diabetes, im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen, Basisuntersuchung z. B. bei Krankenhausaufnahme

Ursachen erhöhter Werte

  • Diabetes
  • Diabetische Stoffwechsellage bei anderen hormonellen Erkrankungen, z. B. Akromegalie, Cushing-Syndrom
  • (Vorübergehend) bei Stress-Situationen, z. B. Herzinfarkt, Schlaganfall, schwere Infektionen, Verletzungen, Operationen
  • Behandlung mit bestimmten Medikamenten, z. B. Kortison, Diuretika.

Ursachen erniedrigter Werte

  • Diabetiker: Überdosierung von Insulin oder blutzuckersenkenden Medikamenten, Wechselwirkung mit anderen Medikamenten, z. B. ACE-Hemmern und Sulfonamiden
  • Nicht-Diabetiker: insulinproduzierender Tumor (Insulinom), schwere Lebererkrankungen, Alkoholmissbrauch, Nierenversagen, Blutvergiftung, Unterfunktion der Nebennierenrinde oder des Hypophysenvorderlappens, Magersucht.

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess

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Eine Heilpflanze (auch Drogenpflanze oder Arzneipflanze genannt) ist eine Pflanze, die in der Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) wegen ihres Gehalts an Wirkstoffen zu Heilzwecken oder zur Linderung von Krankheiten verwendet werden kann. Sie kann als Rohstoff für Phytopharmaka in unterschiedlichen Formen, aber auch für Teezubereitungen, Badezusätze und Kosmetika verwendet werden.

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